Satemin

Tzatemyn, Sacemyn (Bedeutung unklar)

Satemin 2020

Das sehr geschlossene Bild von Satemin ist Ergebnis eines großen Dorfbrandes im Jahr 1850. Den Spruchbalken der Häuser ist zu entnehmen, dass sie alle in kurzer Zeit nach dem Brand errichtet wurden, wodurch das Dorf sehr einheitlich wirkt, trotz der individuellen Unterschiede der Häuser.

Satemin im Rundling

Satemin ist Kirchdorf. Zum Kirchspiel Satemin gehören die Rundlinge Ganse, Jabel, Schreyahn sowie einige Höfe der Rundlinge Lensian und Güstritz. Die Feldsteinkirche gehört zu den ersten Dorfkirchen im Wendland. Vermutlich wurde die Kirche in Satemin als Feldsteinkirche mit Turm kurz vor 1309 errichtet. Damit stammt sie aus der gleichen Zeit wie die Kirche in Zeetze. Der Turm wurde allerdings später erneuert und stark verändert. In der Kirche ist ein Taufengel zu bestaunen.

In Satemin sind zwei Hallenhäuser als Café mit Übernachtungsmöglichkeiten umgenutzt worden: der Markthof Satemin und das Wendland Café. Und jährlich lockt nach historischem Vorbild der Sateminer Pfingstmarkt Menschen an von nah und fern. Kunsthandwerk und Kunst spielen wie überall im Wendland eine bedeutende Rolle. Das Atelier Helion öffnet gern seine Tür, und im Wendland Café (Café EINS) können Töpferwaren erworben werden.

Die Pflege des großen Dorfplatzes leistet der Dorfgemeinschaft Satemin, die als Verein auch etliche Veranstaltungen für die Dorfbewohner durchführt und über die Geschicke des Rundlings berät. Satemin gehört zum Vorschlagsgebiet für das UNESCO-Weltkulturerbe.

Geschichtliches

Satemin ist aus zwei Dörfern zusammengesetzt: Alt-Satemin und der Wüstung Klein-Satemin bzw. Prilipp (Anhängsel). Eine erste Erwähnung mit dem Namen Tzatemyn (Bedeutung unklar) finden wir 1309 im Lüneburger Lehnsregister. Etwa hundert Jahre später führt das „Winsener Schatzregister“ von 1450 zehn Vollbauern (Hufner) und einen Kossater (Kleinbauer ohne Land) auf.

Ortsgrundriss laut Verkoppelung

Bis zum 19. Jahrhundert vermehrt sich die Höfeanzahl durch Hofteilungen: 1843 werden 23 Halbhufner, zwei Viertelhufner, ein Kossater und zwei Brinksitzer aufgeführt. Zwischen Satemin und Güstritz war ein slawisches Gräberfeld, das vermutlich noch bis zum Bau der Kirche in Satemin (um 1309) in Betrieb war.

Mehr Informationen zum Nachlesen gibt es in der Broschüre des Rundlingsvereins Heft 3: „Der Rundling Satemin im Wendland“.