Historische Wege im Wendland

Kirch-, Schul-, Totenwege, Postwege und Heerstraßen

Ausschnitt Kurhannoversche Landesaufnahme

Da nicht jeder Rundling eine eigene Kirche hat und die Schulen in der Regel an den Kirchstandorten entstanden sind, führen von mehreren Rundlingen die Wege zu Kirche und Schule ihres Kirchspiels. Die meisten dieser Kirch- und Schulwege sind heute kleine Feldwege und Dorfverbindungsstraßen. Früher lief man – je nach Jahreszeit – auf sogenannten Richtwegen quer über die Felder auf die Kirchturmspitze zu. Diese Wege sind übergepflügt und verloren gegangen.

Zwei besonders schöne Kirchwege führen zur Kirche in Zeetze: der unter Denkmalschutz stehende Kirchweg von Püggen nach Zeetze und der Kirchweg von Zargleben nach Zeetze.

Kirch- und Totenwege waren nicht identisch. Da die Toten auf einem Karren zum Friedhof gebracht werden mussten, gab es bei vielen Rundlingen einen gesonderten, breiteren Totenweg. Nach slawischem (heidnischem) Brauch sollten die Toten ein Gewässer queren, damit ihre Seele nicht wieder zurück kehren konnte. Solch ein Stück Totenweg, parallel zum Kirchweg, führt von Gühlitz zum Kirchdorf Meuchefitz.

Historische Heerstraßen sind in der Regel später zu wichtigen Verkehrsverbindungen wie Land- und Bundesstraßen ausgebaut worden. Im Wendland war die Wegeführung bis ins 19. Jahrhundert hinein schwierig, da das Gebiet sehr sumpfig war und die Trassen auf Wällen erst angelegt werden mussten. Eine Landstraße wurde im Wendland aber bereits im 19. Jahrhundert nicht auf der ursprünglichen Trasse der historischen Heerstraße angelegt: die Verbindung von Lüchow nach Clenze (L 261) führt heute direkt durch den Rundling Lensian. Aber die alte Straßenführung ist noch in weiten Teilen als Fußweg erhalten. An der historischen Verbindung lagen zwei Richtplätze, die Hinrichtungsstätte Amt Lüchow und die Richtstätte Amt Wustrow.

Verlauf der historischen Heerstraße (grün) mit den beiden Richtplätzen Amt Lüchow (X) und Amt Wustrow (X)